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| Stimmungsbilder aus dem HospizalltagIm Foyer des Hospiz Sinus liegt ein Gästebuch aus, das allen Besuchern Raum und Gelegenheit gibt, Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, Einschätzungen, Wünsche und kritische Anmerkungen festzuhalten. Die folgenden Auszüge sind Stimmen, die Schlaglichter auf die Stimmungen im Hospiz Sinus werfen. „Bei allem Schmerz um die schwere Erkrankung unseres Sohnes, bedeutet es eine große Erleichterung für uns zu wissen, daß er sich in Eurem Hause gut aufgehoben fühlt.” Aus dem Brief von Eltern, deren Sohn mit 41 Jahren starb. „Hier wurden wir alle drei so betreut, wie man es jedem Schwerkranken und seinen Angehörigen wünschen kann.” Ehefrau und Tochter in der Todesanzeige eines im Alter von 55 Jahren verstorbenen Mannes. „Durch die Aufnahme bei Ihnen kamen wir nach vielen Quälereien zur Ruhe. Dadurch hatten wir noch ein paar schöne Monate, in denen wir uns näher waren als je zuvor.” Mann, dessen 41jährige Ehefrau nach 4 Monaten Hospizaufenthalt verstarb. „Ich habe in meinen vielen Berufsjahren viele Teams kennengelernt; aber nie so ein wertvolles – einfühlsames und für alle Probleme offenes Team, wie Ihr es seid. Bewahrt Euch diese Stärke...” Aus dem Brief einer aus dem Team ausgeschiedenen Krankenschwester, die jetzt in der ambulanten Pflege arbeitet. „Diese Zeit bei Ihnen hat mein ganzes weiteres Leben positiv verändert.” Ehefrau, die ihren 75jährigen Mann bis zum Tod im Hospiz begleitet hat. „Ich habe die Arbeit mit der Hoffnung begonnen, mithelfen zu können, Menschen in ihrem friedvollen Sterben zu unterstützen. Meine Erwartung war, in einer Institution zu arbeiten, die Machtlosigkeit und Hilflosigkeit vor dem Tod zuläßt und trägt. Beides habe ich gefunden, mußte aber realisieren, daß es immer wieder Gäste gibt, die verzweifelt bis in den Tod ringen. Schwierig ist bis heute der Informationsfluß zwischen allen Beteiligten, gerade in kontroversen Situationen. Ich schätze besonders an der Arbeit im Hospiz Sinus: die Leistungsbereitschaft der MitarbeiterInnen, ihr hohes Engagement, die Kraft, bei soviel Sterben immer wieder Gäste zu begleiten und die vielen klassisch pflegerischen Leistungen zu erbringen, meine Erfahrung, wieviel Lebenslust auch mit Sterbenden erlebt werden kann, wie intensiv Kontakte in solch zugespitzten Situationen oft sein können, das Gefühl, mit meiner Trauer über den Tod von Gästen nicht allein zu stehen.” Ulrich Rodeck, kooperierender Arzt im Hospiz Sinus. „Es wäre schön, wenn Institutionen dieser Art verstärkt unterstützt werden würden und die Entstehung weiterer solcher Häuser gewährleistet wäre.” Tochter, deren Mutter im Hospiz starb. „Die warme, offene, menschliche, freundliche, zugewandte, fröhliche, fürsorgliche, mitfühlende, anteilnehmende Atmosphäre hat es uns leicht gemacht, uns bei Euch zu Hause zu fühlen.” Eine junge Frau, die ihren eng befreundeten Arbeitskollegen im Hospiz begleitet hat. „Danke, daß meine Mutter ihre letzten Wochen schmerzfrei, liebevoll umsorgt und, so weit es ging, selbstbestimmt hier leben konnte. Hier wurde auch offen über den Tod gesprochen, und das hat ihr geholfen, sich darauf vorzubereiten. ... Die Menschen des Hospiz Sinus haben großen Anteil an einer der wichtigsten, schwierigsten und schönsten Erfahrungen in meinem Leben.” Eine 27jährige Frau über ihre Erfahrungen beim Abschied von ihrer Mutter im Hospiz. „Und vor allem für die Zeit zum Zuhören möchte ich mich bedanken.” Tochter, deren Mutter im Hospiz starb. „Für das nächste Jahr und alle folgenden wünschen wir Euch weiterhin viel Erfolg, insbesondere natürlich, daß die noch sehr unzureichende Finanzierungssituation über die Kranken- und Pflegekassen bald zum Wohle der Hospiz-Einrichtungen gelöst wird. Wir sind davon überzeugt, daß die Hospiz-Bewegung immer weiter an Bedeutung gewinnen und die Blockaden aus den Köpfen der Entscheidungsträger räumen wird. Daß sich das Bewußtsein für ein menschenwürdiges Sterben unaufhörlich vergrößert, ist auch ein ganz wesentlicher Erfolg Eurer Arbeit, darauf dürft Ihr mit Recht stolz sein.” Aus dem Glückwunschbrief des Vorstands von Prävention e.V. und des Projektleiters „Hein & Fiete” zum ersten Jahrestag des Hospiz Sinus am 15.11.1998 |